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M. Michaela Hampf Historikerin


The Routledge History of the American Dream

(hg. mit Katharina Vester) wird im Sommer 2025 erscheinen.

Das Konzept des American Dream ist ebenso allgegenwärtig wie umstritten. Je nach historischem Moment bezieht er sich auf Erfolg, Reichtum, Bildung, Überleben, Freiheiten, Wohneigentum, Ruhm, Leistungsgesellschaft und Chancengleichheit. Er scheint jedoch immer - auf der Ebene des kleinsten gemeinsamen Nenners - auf die Vereinigten Staaten als einen Raum angespielt zu haben, in dem der Einzelne sein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann, auch wenn dies historisch gesehen, wie auch anderswo, Einschränkungen unterworfen war. Dennoch ist der amerikanische Traum Teil des nationalen Ethos der USA, ein "Hauptelement unserer nationalen Identität", eine Motivation und Inspiration für Menschen auf der ganzen Welt, in die USA zu kommen und dort zu leben -- auch wenn sie nicht eingeladen oder willkommen sind oder sogar davon abgehalten werden, die Reise anzutreten.

In der Wissenschaft wird der Traum seit langem als Mythos, als Illusion und als ein Narrativ betrachtet, das im besten Fall dazu dient, mögliche soziale Unruhen, die durch die krassen Ungleichheiten und Ausgrenzungen in der amerikanischen Gesellschaft verursacht werden, zu mindern. Der amerikanische Traum hat jedoch viele Realitäten hervorgebracht, sowohl kritische als auch positive, die sich im Recht, in der Politik, im Finanzwesen, in der Kunst, in der Literatur und im Leben der Amerikaner und Einwanderer manifestieren.

In diesem Vorschlag wird ein Routledge History Handbook on the American Dream als interdisziplinäre Untersuchung der Geschichte des Konzepts vorgeschlagen, um das akademische Verständnis seiner Implikationen und Nuancen durch Anpassungen und Veränderungen sowie seiner Macht, Einschlüsse und Ausschlüsse zu erzeugen, zu vertiefen. Obwohl das Konzept des Amerikanischen Traums in der heutigen akademischen Welt weithin kritisch gesehen wird, ist es unmöglich, seine Macht und Bedeutung für den Aufbau der amerikanischen Nation außer Acht zu lassen. In den Studiengängen Amerikanistik und Amerikanische Geschichte wird der Amerikanische Traum weltweit gelehrt und es werden neue wissenschaftliche Arbeiten produziert, die das Konzept reflektieren und hinterfragen. Die Autorinnen dieses Vorschlags, die Historikerin Michaela Hampf und die Literaturwissenschaftlerin Katharina Vester, die an verschiedenen Universitäten in verschiedenen Ländern Amerikastudien und Nordamerikanische Geschichte gelehrt haben, nehmen in diesen Sammelband schwerpunktmäßig historischer Aufsätze auf, die interdisziplinär, transnational und divers sind.